Hauptversammlung 2009
Diskussion mit den Aktionärsvertretern

Lob für die Strategie des Konzerns

Düsseldorf. "Gratulation: 2008 war das beste operative Jahr in der Unternehmensgeschichte", lobte ein Aktionärsvertreter die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns und dankte Unternehmensleitung und Mitarbeitern für ihr Engagement. In der Diskussion auf der 57. ordentlichen Hauptversammlung der Bayer AG mit rund 4.000 Besuchern erinnerte er an die strategischen Entscheidungen und den Umbau des Konzerns in den vergangenen Jahren und stellte fest: "Bayer ist wieder ein gesundes Unternehmen."!
Bei der Diskussion mit den Aktionären (v.r.): Klaus Kühn, Werner Wenning und Dr. Manfred Schneider.
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Bei der Diskussion mit den Aktionären (v.r.): Klaus Kühn, Werner Wenning und Dr. Manfred Schneider.
Nach der Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Manfred Schneider und dem Bericht des Vorstandsvorsitzenden Werner Wenning stellten sich Vorstand und Aufsichtsrat den Fragen der Versammlungsteilnehmer. Wichtiges Thema war dabei die wirtschaftliche Situation des Unternehmens vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. "Das Ergebnis wäre perfekt, wenn wir nicht den Einbruch bei MaterialScience hätten", stellte ein Aktionär fest. Er bezeichnete die Drei-Säulen-Strategie des Konzerns als richtig, um Krisen wie die aktuelle gut zu meistern - fragte aber dennoch nach der Zukunft von Bayer MaterialScience.

"Der Teilkonzern ist eine unumstrittene Säule im Konzern", stellte Vorstandschef Wenning fest. Das Geschäftsmodell von Bayer und die Unternehmensstrategie hätten sich in den vergangenen Jahren hervorragend bewährt. Das gelte auch in Zeiten der wirtschaftlichen Krise. Bayer MaterialScience leiste wie Bayer HealthCare und BayerCropSience wertvolle Beiträge zu einem besseren Leben und einer nachhaltigen Entwicklung.

"Wir sind davon überzeugt, dass globale Trends - wie Ressourcenknappheit, Klimawandel, steigende Mobilität und zunehmender Wohlstand - wichtige Wachstumsmotoren bei MaterialScience sind. Mit unserem Produktportfolio können wir Lösungen für einige der drängenden Probleme liefern, wie zum Beispiel die weltweite Knappheit an Ressourcen", sagte Wenning. Ohne Frage hätten die Produkte des Teilkonzerns eine positive langfristige Wachstumsperspektive – auch wenn das Unternehmen vor dem Hintergrund der Krise in den nächsten Quartalen vor besonderen Herausforderungen stehe.
Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz lobte die Strategie des Unternehmens.
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Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz lobte die Strategie des Unternehmens.
Zwar habe sich der Umsatzrückgang im Verlauf des ersten Quartals auf niedrigem Niveau stabilisiert, und es seien erste Anzeichen einer leichten Belebung zu sehen. Aber von einer nachhaltigen Erholung könne noch nicht gesprochen werden, so Wenning. Die Einführung von Kurzarbeit sei zurzeit nicht vorgesehen, bleibe aber in Abhängigkeit von der weiteren Geschäftsentwicklung eine Option.

Schering-Übernahme war strategisch richtige Entscheidung
Einige Aktionäre bezeichneten die Übernahme von Schering als richtige strategische Entscheidung und fragten nach dem Stand der Integration. Sie sei erfolgreich verlaufen und weitestgehend abgeschlossen, so Wenning. "So werden wir bis Ende dieses Jahres das angekündigte Synergiepotenzial von mehr als 800 Millionen Euro jährlich realisiert haben." Zudem werde der geplante Stellenabbau bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. "Wir haben gehalten, was wir bei der Übernahme angekündigt hatten", stellte Wenning fest.

Ob Bayer nach der Integration von Schering groß genug sei, um allein im Weltmarkt zu bestehen, wollte ein Aktionär wissen. "Unser Pharmageschäft hat mit rund zehn Milliarden Euro Umsatz eine wettbewerbsfähige Größe erreicht", so Wenning. In Deutschland sei Bayer Schering Pharma das größte Pharma-Unternehmen, belege weltweit unter Berücksichtigung der angekündigten Konsolidierungen im Gesundheitsmarkt Platz 13 und bei den Spezial-Therapeutika sogar den sechsten Platz weltweit. "Damit sind wir gut aufgestellt", sagte Wenning und bekräftigte, dass Bayer über eine der besten Pipelines in der Branche verfüge. Mehr als 40 Projekte befänden sich in den fortgeschrittenen, klinischen Entwicklungsphasen II und III.
Betriebsrätin Gudrun Kiesler interessierte sich für die Ausbildung junger Menschen.
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Betriebsrätin Gudrun Kiesler interessierte sich für die Ausbildung junger Menschen.
Potenzial der Pflanzen-Biotechnologie Diskutiert wurde auch über Biotechnologie bei Pflanzen. Welche Rolle sie für die Sicherung der Grundernährung besitze und wie groß das Umsatzpotenzial in ungefähr zehn Jahren sei, wollte ein Aktionär wissen. Durch den Einsatz der Pflanzen-Biotechnologie und moderner Zucht-Verfahren trage Bayer CropScience dazu bei, die Eigenschaften von Pflanzen für höhere Quantität und Qualität von Lebens- und Futtermitteln sowie Fasern zu verbessern, antwortete Wenning. "Davon profitieren Landwirte und Verbraucher - aber auch die Umwelt."

Im Bereich BioScience entwickle das Unternehmen innovative Lösungen in den Kulturen Raps, Baumwolle und Reis mit höherer Leistungsfähigkeit und Produktivität. "Wir bieten Eigenschaften wie Herbizidtoleranz und Insektenresistenz an und entwickeln neue Eigenschaften, um die Ertragskraft von Nutzpflanzen zu verbessern - zum Beispiel durch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Klimaeinflüsse wie Dürre oder Kälte", berichtete Wenning. Bayer CropScience wolle den Anteil seines BioScience-Geschäftes am Gesamtportfolio weiter ausbauen und im Jahr 2015 einen Umsatz von rund eine Milliarde Euro erreichen. "Das zeigt, dass wir hier in Zukunft signifikante Geschäftsbeiträge erwarten können." Die Pflanzen-Biotechnologie sei eine Zukunftstechnologie und ein wichtiges Element, um die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung weiterhin zu sichern.

Investitionen in Forschung und Entwicklung Thema der Diskussion waren auch die Investitionen des Konzerns in Forschung und Entwicklung. Bayer wolle selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als Erfinder-Unternehmen Zeichen setzen und plane, seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben in diesem Jahr auf 2,9 Milliarden Euro zu steigern, so Wenning. Insgesamt beschäftige das Unternehmen in diesem Bereich weltweit rund 12.300 Mitarbeiter.
Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bei seiner Frage.
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Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bei seiner Frage.
Auch sein Engagement zur Ausbildung junger Menschen setze der Konzern fort, erklärte Wenning auf die entsprechende Frage einer Betriebsrätin. Jährlich ermögliche Bayer allein in Deutschland bis zu 800 jungen Menschen eine Berufsausbildung in rund 20 Berufen. "Wir haben uns immer für eine qualitativ hochwertige Ausbildung junger Menschen eingesetzt und bilden seit vielen Jahre deutlich über Bedarf aus." Dieser besonderen Verpflichtung komme das Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nach, indem die Ausbildungszahlen konstant hoch blieben.

Bayer-Chef Wenning ging in der Diskussion mit den Aktionären auch ausführlich auf den Bau der Kohlenmonoxid-Pipeline von Krefeld-Uerdingen nach Dormagen ein. "Wir verstehen, dass sich Betroffene zu Wort melden und Pläne sowie Entscheidungen kritisch hinterfragen. Damit setzen wir uns offensiv auseinander." Das Unternehmen sei aber davon überzeugt, mit dem Votum des Landtags, der Zustimmung der Behörden und nach vorliegenden und noch anstehenden Gerichtsverfahren eine breite politische und gesellschaftliche Basis für den Bau und den Betrieb der Pipeline zu haben. "Vergessen wir nicht, dass wir uns mit der weit überwiegenden Zahl der direkt von der Pipeline betroffenen Anlieger problemlos haben verständigen können." Die CO-Pipeline sei sicher und von großer Bedeutung für die Versorgungssicherheit des Standortes Krefeld-Uerdingen und die dortige Kunststoff-Produktion.

Weitere Themen der Diskussion waren unter anderem die Entwicklung der Bayer-Aktie, Corporate Compliance, Produkt- und Anlagensicherheit, Bienenverluste in Baden-Württemberg und die Vergütung der Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand. Bayer-Chef Wenning und Aufsichtsratsvorsitzender Schneider gingen auf alle Diskussionspunkte ausführlich ein. Bei der anschließenden Abstimmung folgten die Aktionäre mit großer Mehrheit den Anträgen von Aufsichtsrat und Vorstand – unter anderem zur Umstellung von Inhaberaktien auf Namensaktien.

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