Werner Wenning:
"Konzernstrategie bewährt sich in schwierigem Umfeld"
Leverkusen. Der Bayer-Konzern hat seine Kennzahlen 2008 im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert und die angekündigten Ergebnisziele erreicht. "Wir sind stolz auf das operativ erfolgreichste Jahr in der langen Geschichte von Bayer", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Dienstag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf.
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| Vorstandschef Werner Wenning bei seiner Rede vor rund 4.000 Aktionären. |
An dieser erfreulichen Entwicklung sollen die Aktionäre mit einer vorgeschlagenen Dividende von 1,40 Euro je Aktie beteiligt werden. Das entspricht einer Erhöhung um 3,7 Prozent bzw. einer Ausschüttungssumme von 1,07 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2009 entwickelten sich die Geschäfte des Konzerns erwartungsgemäß sehr unterschiedlich. Während CropScience und Pharma weiter auf Wachstumskurs waren, hinterließ der Geschäftseinbruch bei MaterialScience deutliche Spuren bei Umsatz und Ergebnis des Konzerns. Trotz der schweren globalen Wirtschaftskrise blicke Bayer in Summe jedoch relativ zuversichtlich in die Zukunft, sagte Wenning. "Unsere Konzernstrategie bewährt sich auch in einem schwierigen Umfeld. So profitieren wir von der Ausrichtung des Konzerns auf die weniger von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängigen Life-Science-Bereiche."
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| Zufrieden mit dem Verlauf der Hauptversammlung (v.l.): Dr. Manfred Schneider und Werner Wenning. |
In seinen Ausführungen fasste Wenning zunächst die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres zusammen. So lag der Konzernumsatz mit 32,9 Milliarden Euro währungs- und portfoliobereinigt um 4,4 Prozent über Vorjahr. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 2,3 Prozent auf den Rekordwert von 6,9 Milliarden Euro. "Mit der erzielten Marge von 21,1 Prozent erreichten wir unser angestrebtes Rentabilitätsziel", betonte der Vorstandsvorsitzende. Auch das EBIT vor Sondereinflüssen lag mit 4,3 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Das Konzernergebnis betrug 1,7 Milliarden Euro. Als weiteres Highlight bezeichnete Wenning die erzielte Kapitalverzinsung: Der sogenannte Cashflow Return on Investment sei mit 13 Prozent der höchste in der Unternehmensgeschichte gewesen. Die interne Verzinsungshürde sei um 1,2 Milliarden Euro übertroffen und damit erheblicher Wert für das Unternehmen geschaffen worden.
Diese Erfolge seien das Verdienst der mehr als 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den drei Teilkonzernen, den Servicegesellschaften, den Landesorganisationen und im Corporate Center, führte Wenning aus. "Sie sind es, die in aller Welt unsere Produkte erforschen, entwickeln, herstellen und vermarkten. Und sie haben ihre Innovationsfreude, ihre Tatkraft und ihre Kundenorientierung erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt."
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| Bei der Ausgabe der Stimmzettel (v.l.): Britta Finke mit Reinhard und Edith Wahsner. |
Im Rahmen des konzernweiten Incentivierungs-Programms wurde die Belegschaft mit rund 475 Millionen Euro am Konzernerfolg beteiligt. Hieraus leisteten die Beschäftigten in Deutschland einen Solidarbeitrag zum Beschäftigungserhalt, der für das abgelaufene Geschäftsjahr knapp zwei Prozent der individuellen Erfolgsbeteiligung ausmachte. "Dieser Solidarpakt gilt nicht nur für die Tarifbeschäftigten, sondern auch für die Leitenden bis hin zu den Mitgliedern des Vorstands", betonte Wenning. Mit den Beiträgen würden jene Mitarbeiter finanziert, deren Beschäftigung aufgrund von Strukturmaßnahmen entfallen sei und die nicht sofort anderweitig eingesetzt werden könnten. Der Solidarpakt habe bei Bayer Tradition und sei Bestandteil einer Gesamtbetriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Betriebsbedingte Kündigungen am Standort Deutschland sind derzeit bis zum Jahresende 2009 ausgeschlossen. Wenning kündigte die Aufnahme von Gesprächen über eine sich zeitlich anschließende, angemessene Regelung an. "Dabei benötigen wir sicherlich mehr Flexibilität – bei den Löhnen, bei den Arbeitszeiten und bei den Einsatzorten", erläuterte der Vorstandsvorsitzende.